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Notrufsysteme

Amiravita News, 12. September 2023

Notrufsysteme

Hausnotrufsystem und Mobile Notrufsyssteme

Hilferuf für Menschen, die körperliche oder geistige Einschränkungen haben, wenn diese in eine Notsituation geraten, beispielsweise nach einem Sturz.

Ein klassisches Hausnotrufsystem ist für Menschen, die sich hauptsächlich in der eigenen Häuslichkeit aufhalten, eine gute Lösung. Bei mobilen Hilfebedürftigen kann es sinnvoller sein, eine Notfall-Uhr anzuschaffen, die bei Bedarf in der Regel sogar geortet werden kann. Vergleichen Sie bei Bedarf beide Varianten miteinander, um eine gute und möglichst sichere Lösung zu finden. Hierbei möchten wir Sie nachfolgend unterstützen:

Hausnotrufsystem

Zur Nutzung des Hautnotrufs wird eine sogenannte Basisstation an den Telefonanschluss der Wohnung angeschlossen. Die Basisstation kann dadurch mit der Notrufzentrale des Hausnotrufanbieters verbunden werden. Die pflegebedürftige Person bekommt einen Notrufknopf (auch Handsender oder Funkfinger genannt), den sie immer bei sich tragen sollte und bei Bedarf drücken kann. Es gibt z.B. Armbänder, so dass der Notrufknopf wie eine Uhr am Arm getragen werden kann, oder Halsketten. Der Notrufknopf ist wasserdicht, kann also auch beim Duschen und Baden getragen werden - das ist insbesondere wegen der, in dieser Situation, erhöhten Sturzgefahr auch sinnvoll. In einer Notsituation kann die betroffene Person den Notrufknopf drücken und wird direkt mit Mitarbeitern der Notrufzentrale verbunden.

Die Person in Not kann sagen, was vorgefallen ist. Die Notrufzentrale organisiert daraufhin Hilfe: Entweder schickt sie einen Rettungswagen oder Notarzt zu dem Patienten oder ruft die Verwandten, Nachbarn oder Freunde an. Auch wenn Jemand nicht mehr sprechen kann, werden alle notwendigen Schritte veranlasst. Die Notrufzentrale bleibt mit der pflegebedürftigen Person so lange in Verbindung, bis die Notsituation gelöst ist. 

Die Kosten für ein Hausnotrufsystem werden über eine monatliche Gebühr bezahlt. Je nach Anbieter und Leistungspaket kostet die Gebühr zwischen 18 und 40 Euro. Einige Anbieter erheben eine Gebühr für die Erst-Installation. Nur wenn ein Pflegegrad vorliegt, bezuschusst die Pflegekasse einen Hausnotruf mit 25,50 Euro pro Monat.

Zusatzleistungen zum Hausnotruf

Um die Sicherheit der betroffenen Person weiter zu erhöhen, bieten einige Dienstleister Ergänzungen zum klassischen Hausnotrufsystem. Hier einige Beispiele:

  • Schlüsselhinterlegung bei z.B. bei einem kooperierenden Pflegedienst in der Station oder einem Schlüsselkasten mit digitalem Schloss. Der Code wird im Notfall an die helfende Person gegeben.
  • Tägliche Überprüfung über eine Mir-geht-es-gut-Taste, wobei sich die Kunden einmal täglich zu einem festgelegten Zeitraum über die Taste melden müssen. Erfolgt dies nicht, meldet sich die Notrufzentrale automatisch, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist.
  • Kontaktmatten, die melden, wenn es auf Dauer zu Inaktivität kommt.
  • Fallsensoren und Sturzmelder können als Detektor z.B. am Gürtel getragen werden. Bei einem Sturz wird automatisch die Notrufzentrale alarmiert.

Mobile Notrufsysteme

Sobald eine bedürftige Person noch mobil ist, reicht ein klassischer Hausnotruf oft nicht aus, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Herausforderungen mit der Mobilität bergen das Risiko eines Sturzes- gerade außerhalb der eigenen vier Wände. Zudem haben Menschen mit kognitiven Einschränkungen (wie z.B. bei einer beginnenden Demenz) teils Probleme damit, den Weg nach Hause zu finden und brauchen daher besonderen Schutz. Hierbei können mobile Notrufsysteme, wie eine Notruf-Uhr, Notfall-Uhr genannt, eine gute Ergänzung darstellen.

Eine Notfall-Uhr sieht aus wie eine gewöhnliche Armbanduhr, bietet den Besitzern aber eine Reihe von hilfreichen zusätzlichen Funktionen. Die Uhren ähneln von der Technik einem Smartphone und verfügen sowohl über ein eingebautes Mikrofon als auch über einen Lautsprecher. Somit können die Uhren auch dafür genutzt werden, Anrufe zu tätigen oder zu empfangen. Die Uhren sind in der Regel wasserdicht, das Armband kann gewechselt werden, es besteht ein Schrittzähler und sie verfügen über einen gut sichtbaren Notruf Knopf.

Sobald ein gesundheitliches Problem auftritt, kann die betroffene Person über einen Alarmknopf an der Uhr den Notruf auslösen und die vorher definierten Kontaktpersonen werden über den Notfall informiert: Entweder wird eine Nachricht an die Kontaktpersonen gesendet oder direkt ein Anruf getätigt; teils geschieht auch beides parallel. Wenn keine der eingespeicherten Notrufnummern erreicht wird, kann die Uhr auch einen direkten Kontakt zur Notrufzentrale 112 aufbauen.

Die meisten Notfall-Uhren verfügen zudem über die Möglichkeit der GPS-Ortung. Somit kann die betroffene Person möglichst schnell gefunden und versorgt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, einen sogenannten Geo-Zaun einzurichten. Hierbei handelt es sich um eine Art virtuelle Grenze. Überschreitet eine Person diese Grenze, kann eine festgelegte Bezugsperson per Nachricht darüber informiert werden.

Hinweis: Natürlich ist uns von Amiravita bewusst, dass die externe Nutzung der GPS-Funktion einen Eingriff in die Privatsphäre darstellt. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass diese Ortungsfunktion mit dazu beitragen kann, die Selbständigkeit auch bei einer beginnenden Demenz so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Es geht also nicht um das Kontrollieren einer Person, sondern darum, möglichst viel Sicherheit bei möglichst viel Eigenständigkeit zu erreichen.

In der Regel entstehen Kosten für die Uhr selbst, die bei ca. 200 Euro aufwärts liegen. Dazu kommen die Kosten für das gewählte Abo, die bei 12 Euro aufwärts im Monat liegen. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, ob normale Anrufe außerhalb eines Notfall-Anrufs ebenfalls im Abo enthalten sind. Teilweise muss die SIM-Karte extern dazu erworben werden, oder sie ist bereits Teil des Angebots.

Varianten von Notruf-Uhren

Je nachdem, wie technikaffin eine Person ist, können verschiedene Modelle genutzt werden:

  • Notruf-Uhren im klassischen Design: Hierbei handelt es sich um Notruf Uhren, die auf den ersten Blick kaum von einer regulären analogen Armbanduhr zu unterscheiden sind. Gerade bei Senioren, die wenig technikaffin sind, kann diese Variante sinnvoll sein.
  • Notruf-Uhren -Smartwatch: Für Personen, die mit Smartphone und Tablet gut zurechtkommen, kann eine Notrufuhr in Form einer Smartwatch eine gute Lösung sein.
  • Notruf-Uhren für an Demenz erkrankte Personen: Da Personen, die an einer Demenz erkrankt sind, schnell mit komplexer Technik überfordert sein können, werden auch Uhren angeboten, die stark vereinfacht und daher eher zu händeln sind.

Mobile klassische Notrufsysteme

Alternativ zu Notruf Uhren können auch mobile Notrufsysteme in Form eines Drückers genutzt werden. Diese Geräte müssen dann ebenfalls in der Tasche oder an einer Kette bei sich getragen werden.

Überlegungen zur Entscheidung für ein Notrufsystem

Je nach Lebenssituation und Mobilität, sollte gut überlegt sein, welche der genannten Varianten am besten zur Situation eines Menschen passt. Angelehnt an die Empfehlungen der Verbraucherzentrale und der Stiftung Warentest, möchte ich Ihnen folgend gerne noch einige Hinweise rund um die Auswahl eines Notrufsystems zukommen lassen.

  • Gute Beratung: Um sicherzustellen, dass Sie bei Problemen schnell unterstützt werden, sollte im Vorfeld eine gute Beratung erfolgen, in der sowohl die technischen Daten, der Ablauf beim Notruf als auch die Kosten verständlich und transparent aufgezeigt werden.
  • Wer kommt, wie schnell: Im Ernstfall kommen in der Regel Pflegekräfte von einem Pflegedienst oder Sanitäter, um vor Ort zu helfen. Neben der Qualifikation und dem Vorgehen, sollten Sie wissen, wie schnell im Notfall Jemand vor Ort sein kann.
  • Schlüssel deponieren: Wenn eine sogenannte Schlüsselhinterlegung gewünscht ist, kann der Schlüssel entweder direkt im Büro eines Pflegedienstes oder in einem externen Tresor hinterlegt werden, der in Reichweite der Tür angebracht werden kann.
  • Reaktionszeit: Eine zeitnahe Annahme eines Notrufs, kann lebenswichtig sein. Dies sollte innerhalb von 30 Sekunden erfolgen.
  • Tonqualität: Wie ist die Tonqualität bei einem Notruf? Wo sollte die Basisstation stehen und wie gut ist die Ansprache über das Gerät zu hören.
  • Nachfrage beim Notruf: Stellen die Mitarbeiter der Telefon-Zentrale Fragen, um herauszufinden, was passiert ist?
  • Benachrichtigung der Angehörigen: Wie schnell werden die Angehörigen im Notfall kontaktiert?
  • Radius und Empfang: Hat das klassische Hausnotrufsystem ausreichend Empfang? Sind z.B. auch Garten und Keller mit abgedeckt? Ist der Empfang einer mobilen Version gewährleistet bzw. die Signalstärke gut genug?
  • GPS-Ortung: Funktioniert eine Ortung bei Bedarf einwandfrei? Wie schnell läuft diese ab?
  • Kündigungsfristen und Wartung: Unabhängig von der gewählten Variante, ist es immer relevant, wie der Vertrag hinsichtlich einer Kündigung gestaltet ist. Zudem ist wichtig, ob der Anbieter die Wartung und Reparatur des mobilen Notrufs übernimmt

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