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Mobil trotz Treppe

Amiravita News, 15. August 2023

Mobil trotz Treppe

Viele Menschen wünschen sich, auch bei bestehenden Herausforderungen in der Mobilität in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Treppen in der eigenen Wohnung, dem Haus oder dem Hausflur erschweren hierbei die Selbständigkeit. Sie führen manchmal sogar dazu, dass die gewohnte Umgebung kaum noch verlassen wird. Der Einbau eines Treppenliftes, eines Senkrechtaufzuges oder einer Treppensteighilfe können den Alltag erleichtern und den Bewegungsradius verbessern. 

Um Treppen zu überwinden, können je nach Art und Länge der Treppe verschiedene Systeme genutzt werden. Hierzu zählen die klassischen Treppenlifter, aber auch Senkrechtlifte und mobile Treppensteighilfen.

Treppenlift

Bei einem Treppenlift handelt es sich um ein motorbetriebenes, an einer Metallschiene laufendes System, mit dem eine gehbehinderte Person eine Treppe hinauf- und hinuntergelangt. Je nach Unterstützungsbedarf, können unterschiedliche Arten genutzt werden:

  • Sitzlifte
    Der Sitzlift ist der am meisten verwendete Treppenlift in der häuslichen Umgebung.

    Mithilfe eines Schienensystems wird ein Sitz an die Treppe angebracht. Ein unter dem Sitz montierter Elektromotor sorgt für Antrieb und befördert die bewegungseingeschränkte Person über die Treppe. Sitzlifte sind meistens mit Armlehnen, Rückenlehne und Fußstütze ausgestattet, sodass ein sicherer Transport über die Treppe gewährleistet wird. Zudem sind viele Sitzlifte einklappbar und bieten daher auch für Fußgänger und Fußgängerinnen genügend Platz auf der Treppe.

    Sitzlifte eignen sich besonders für Menschen, die noch gut selbstständig aufstehen, gehen und sich hinsetzen können, aber Schwierigkeiten mit dem Treppensteigen haben.

    Sitzlifte können sowohl an geraden Treppen installiert werden als auch an Treppen, die mit Kurven ausgestattet sind. Die meisten Treppenlift-Anbieter sind sehr bemüht, für jede Treppe eine individuelle Lösung zu finden.

  • Plattformlifte
    Bei einem Plattformlift können Personen im Rollstuhl über die Treppe befördert werden. Diese Form des Liftes eignet sich deshalb besonders für Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Rollstuhl zu verlassen. Der Rollstuhl wird an einem Ende der Treppe auf die Plattform gefahren und die Plattform wird am anderen Ende wieder mit dem Rollstuhl verlassen. Wie beim Sitzlift ist auch der Plattformlift einklappbar, so dass bei Nicht-Benutzung viel Platz gespart werden kann.

    Bei stark gewendelten oder sehr steilen Treppen wird die Nutzung eines Plattformliftes sehr schwierig, da ein sicherer Transport des Rollstuhlfahrers der Rollstuhlfahrerin unter den Umständen nicht gewährleistet werden kann.

    Sitz- und Plattformlifte können sowohl im Außen- als auch im Innenbereich installiert werden. Außenlifte sind entsprechend mit witterungsbeständigen Materialien ausgestattet.

  • Senkrechtlift
    Senkrechtlifte, auch Senkrechtaufzüge oder Homelift genannt, sind platzsparende Transportkabinen, die eine Überwindung von Höhen bis zu drei Metern möglich machen. Der Lift ist hierbei selbsttragend und verfügt über zwei Antriebsschienen, weshalb für die Überwindung einer Etage kein spezieller Aufzugschacht angebracht werden muss. Für die Montage sind nur wenige Voraussetzungen notwendig, wie genügend Platz und ein Stromanschluss notwendig.

Grundsätzlich fallen beim Einbau vom Treppenliften, durch eine einfache Installation, kaum Umbauarbeiten an.

Festmonierte Treppensteighilfe

Für Personen, die zwar noch laufen können, aber auf der Treppe mehr Halt benötigen, kann eine Treppensteighilfe eine gute Lösung sein. Hierbei handelt es sich um einen Handlauf mit einem Haltegriff, der ebenfalls entlang der Treppe installiert werden kann. Das System verfügt über einen Mechanismus, der einen entsprechenden Widerstand bzw. Halt gibt, so dass es möglich ist, im eigenen Tempo die Treppe hinauf- oder hinunterzugehen.

Mobile Treppensteighilfe für Rollstuhlfahrer

Wenn Personen innerhalb des Hauses und auch Treppenhauses die Treppen zu gehen haben, bzw. auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kann dies zum Teil über eine mobile Treppensteighilfe kompensiert werden. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Halterung mit Griffen, die unter einem Rollstuhl fixiert werden, kann. Nach der Fixierung ist es möglich, den Rollstuhl, Stufe für Stufe hinauf oder hinunterzuführen, wobei spezielle Räder mit einer technischen Unterstützung den Prozess unterstützen. Da es wichtig ist, dass die Begleitung der Person gut mit dem Gerät zurechtkommt, ist es sinnvoll sich im Vorfeld bei einem geeigneten Anbieter zu informieren und das Gerät bei Bedarf vorführen zu lassen.

Beteiligung an den Kosten

Wenn bereits ein Pflegegrad vorliegt, ist es möglich, dass die Pflegekasse bei Treppenliften und festmontierten Systemen mit einem Zuschuss an den Kosten beteiligt. Hierbei handelt es sich um das Budget Wohnumfeldverbesserung von bis zu 4.000 Euro. Wichtig ist, dass zuerst ein Antrag auf diesen Zuschuss gestellt und ein Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse eingereicht wird. Die Umbaumaßnahmen sollten nicht begonnen werden, bevor die Zusage für den Zuschuss vorliegt.

Bei mobilen Treppenteighilfen ist es wiederrum relevant, dass es sich um ein zugelassenes Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel handelt. Der Kostenträger hängt dann wiederrum davon ab, welchen Zweck das Produkt erfüllt. Wenn die Treppensteighilfe die Mobilität verbessert, kann eine Finanzierung über die Krankenkasse erfolgen. Ist das Gerät als Pflegehilfsmittel klassifiziert, ist die Pflegekasse für die Kostenübernahme verantwortlich. Es ist sinnvoll sich direkt an den Hersteller der Treppensteighilfe zu wenden, um eine Unterstützung beim Antrag auf eine Kostenübernahme zu erhalten.


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