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Alzheimer Demenz

Amiravita News, 21. September 2023

Morbus Alzheimer - Eine Form der Demenz

Nach Zahlen der deutschen Alzheimer Gesellschaft sind weltweit aktuell 55 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen. Um dieses relevante Thema mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, findet jedes Jahr am 21. September der Welt-Alzheimertag statt, bei dem verschiedene Veranstaltungen und Vorträge rund um das Krankheitsbild stattfinden. Die Alzheimererkrankung ist die häufigste Form der Demenz und eine unheilbare Störung des Gehirns.

Bei der Alzheimer Demenz, auch Alzheimer-Erkrankung oder Morbus Alzheimer genannt, handelt es sich um eine hirnorganische Erkrankung, bei der es zu einem Abbau der Nervenzellen kommt. Die Erkrankung wurde nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt, welcher die Krankheit im Jahre 1906 erstmals beschrieb. Nach Informationen der deutschen Alzheimer Gesellschaft, leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung in Deutschland, von denen die meisten von einer Alzheimer-Krankheit betroffen sind.

Nicht jede Demenz ist automatisch eine Alzheimer-Demenz, auch wenn die Begriffe Alzheimer und Demenz häufig synonym verwendet werden. Es handelt es sich lediglich um eine, wenn auch um die häufigste Form der Demenz, die je nach Quelle, bin zu 70 Prozent der Demenz Erkrankungen ausmacht.

Hinweis zu anderen Formen von Demenz

Wie beschrieben, handelt es sich bei der Alzheimer-Demenz zwar um die häufigste, jedoch nicht um die einzige Form der Demenz. Es bestehen noch weiteren Formen, die in primäre Demenzformen und sekundäre Demenzformen unterschieden werden. Bei primären Demenzen, die ca. 90 Prozent der Demenzerkrankungen ausmachen, liegt die Ursache der Erkrankung direkt im Gehirn der Betroffenen. Zu den bekanntesten primären Formen zählen die Alzheimer Demenz, Vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen Demenz und die Frontotemporale Demenz.

Bei den sekundären Demenzen liegt die Ursache in anderen Krankheitsbildern (z.B. Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder Herzinsuffizienz) Vitaminmangel, chronische Vergiftungszustände (z.B. Alkohol), Tumoren oder Medikamenten. Wenn der Auslöser einer sekundären Demenz rechtzeitig erkannt wird, können die Auswirkungen zumindest zum Teil reversibel sein.

Neurobiologische Grundlagen der Alzheimer-Demenz

Bei der Alzheimer- Demenz kommt es zu einer Schrumpfung bestimmter Gehirnbereiche, die Mithilfe MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) oder CT (Computer-Tomografie) sichtbar gemacht werden können. Die Erkrankung geht mit dem Absterben von Nervenzellen und mit der Bildung von abnorm veränderten Bruchstücken des Tau-Proteins einher (Bildung von Tangles), welches in einem gesunden Gehirn für die Stabilisierung von Nervenzellen zuständig ist. Zudem kommt es zu Eiweiß-Ablagerung die zwischen den Nervenzellen, welche als Plaques bezeichnet werden.  Auch wenn die Bildung von Tangles und Plagues zum normalen Alterungsprozess gehört, entwickelt sich dieser Verlauf sehr unvorhersehbar. Experten vermuten, dass diese diffuse Entwicklung dazu führt, dass die Kommunikation zwischen den Nervenzellen blockiert wird und Prozesse unterbrochen werden, die zum Überleben der Zellen notwendig sind.

Symptome und Anzeichen einer Alzheimer-Demenz

Durch die Alzheimer-Demenz, gehen vor allem Nervenzellen in der Hirnrinde verloren, wodurch unter anderem das Gedächtnis, die Sprache und die räumliche Orientierung beeinträchtigt werden. Der Verlauf der Erkrankung kann unterschiedlich ausfallen, wobei die Betroffenen zunehmend die Fähigkeit verlieren, ihren Alltag bzw. ihr Leben selbst zu gestalten.  

Verlauf der Alzheimer-Demenz

Die Krankheit wird in verschiedene Schweregrade bzw. Stadien unterschieden. Da die Symptome allmählich fortschreiten, sind die Übergänge zwischen diesen Stadien fließend.

Anfangsstadium

Zu Beginn der Erkrankung, welcher bereits viele Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome liegt, fällt eine leichte kognitive Beeinträchtigung auf, die bereits gemessen werden kann. Die Einschränkungen sind in diesem Stadium jedoch so gering, dass sie sich noch nicht auf die alltäglichen Aufgaben auswirken. Das Kurzzeitgedächtnis kann hierbei bereits betroffen sein.

Leichtgradige Demenz

In diesem Stadium fallen die Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses zunehmend auf. Die Betroffenen können sich den Inhalt von Gesprächen nicht merken oder verlegen zunehmend Gegenstände. Zudem bestehen Störungen des planenden und organisierenden Denkens sowie Wortfindungs- und Orientierungsstörungen.

Die Erkrankten erleben noch recht bewusst, dass sie etwas vergessen und reagieren irritiert, wenn sie darauf angesprochen werden. Je nach Persönlichkeit können die Betroffenen depressiv, aggressiv oder abwehrend reagieren. Der Alltag kann meist noch allein bewältigt werden, wobei komplizierte Tätigkeiten zunehmend zu Problemen führen können.

Mittelschwere Demenz

Hierbei nehmen die Beeinträchtigungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientierungsfähigkeit allmählich zu und erreichen ein Ausmaß, welches die selbstständige Lebensführung nicht mehr zulässt. Einfache Aufgaben wie Nahrungszubereitung, Haushaltsgeräte bedienen oder die Körperpflege durchführen, werden schwer bis unmöglich. Viele Betroffene Personen können kaum vollständigen Sätze bilden und sind dadurch schwer zu verstehen. Erinnerungen an lang zurückliegende Ereignisse verblassen ebenfalls. Sie wissen zum Beispiel nicht mehr, ob und wen sie geheiratet haben, den gelernten Beruf oder wie ihre Kinder heißen.

Es kann auch vorkommen, dass längst verstorbene Personen oder Orte gesucht werden, die in dieser Form nicht mehr bestehen. Zum Teil kommt es auch zu gereiztem und aggressivem Verhalten, wobei wahnhafte Befürchtungen oder Überzeugungen auftreten können.

Schwere Demenz

Im fortgeschrittenen Stadium dieser Demenzform, besteht ein hochgradiger geistiger Abbau. Betroffene kommunizieren kaum noch über Sprache und können Ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen. Die Mobilität ist oft stark eingeschränkt und es kann zu Inkontinenz von Blase und Darm kommen. Die Neigung für Infektionen steigt, wobei die Alzheimer-Krankheit selbst nicht zum Tod führt. Vielmehr kommt es häufiger zu tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten wie eine Lungenentzündung oder eine Entzündung der Harnwege.

Diagnostik der Alzheimer-Demenz

Die Diagnose Alzheimer-Demenz kann bei den meisten Betroffenen mit wenig diagnostischem Aufwand gestellt werden. Hierbei werden die bestehenden Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache oder des Denk- und Urteilsvermögens sorgfältig untersucht, auch um behebbare Ursachen der Leistungsstörungen auszuschließen. Es werden folgende Methoden angewandt:

  • Erfassung der Krankheitsgeschichte
  • Körperliche Untersuchungen: Blutdruck messen, Abhorchen, Tast- und Klopfuntersuchung.
  • Labordiagnostik: Kontrolle auf Auffälligkeiten in Blut und Urin.
  • Psychometrische Tests (auch Demenz Tests genannt): Uhrentest, DemTect-Test, Mini-Mental-Status Test (MMST) oder MoCa-Test.
  • Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) beziehungsweise Magnetresonanztomographie (MRT). Hierdurch können Veränderungen am Hirnvolumen abgebildet werden.
  • Liquordiagnostik: Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit
  • Gentests: Untersuchung auf seltene, vererbbare Form von Demenz.

Therapiemöglichkeiten der Alzheimer-Demenz

Auch wenn es aktuell noch nicht möglich ist, eine Alzheimer-Demenz zu heilen, kann eine gute Therapie dazu beitragen, den Verlauf bzw. die Symptome abzumildern und zu verzögern. Das Ziel liegt darin, die Lebensqualität der Erkrankten so lange und gut wie möglich zu erhalten. Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bestehen aus verschiedenen Komponenten.

Bei der medikamentösen Therapie soll die geistige Leistungsfähigkeit stabilisiert und Verhaltensstörungen gemildert werden. Hierbei werden im Rahmen der Kernsymptome Antidementiva und bei psychischen- und Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Wahn, Depression, Halluzinationen) Neuroleptika, Antipsychotika oder Antidepressiva eingesetzt.

Eine entsprechende Therapie kann hierbei von behandelnden Hausarztpraxen und neurologischen Praxen, als auch nach einer Untersuchung in einer sogenannten Memoryklinik (auch Gedächtnisambulanz) initiiert werden. Zum Teil kann es auch sinnvoll sein, dass eine erkrankte Person einen Aufenthalt in der stationären Gerontopsychiatrie wahrnimmt. Dies kann gerade dann relevant sein, wenn es im Rahmen von Wahnvorstellungen zunehmend zu Problemen im Alltag oder gar zu gefährlichen Situationen kommt.

Die nicht-medikamentöse Therapie umfasst eine Reihe von Maßnahmen, welche dabei helfen können, besser mit der Erkrankung umzugehen. Hierzu zählen z.B. die Ergotherapie, Musiktherapie, Gedächtnistraining oder Physiotherapie, die im Rahmen eines Behandlungsplanes eingesetzt werden können.

Hilfe für pflegende Angehörige

Neben den Unterstützungsmöglichkeiten, für die an Alzheimer-Demenz erkrankten, ist es ebenso relevant, dass nahestehende Angehörige eine gute Unterstützung erfahren. Neben der Nutzung von telefonischer Beratung kann ein Austausch in einer Selbsthilfegruppe sehr wertvoll sein. Hier geht es nicht nur darum, mehr zu dem Krankheitsbild zu erfahren, sondern vor allem darum sich zu vernetzen.

Es kann viel Trost darin liegen zu hören, dass Sie mit der Situation nicht allein sind und zu erfahren, wie andere Menschen die Herausforderungen des Alltags gemeistert haben.


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