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Betrugsmaschen und Trickdiebstahl

Amiravita News, 24. April 2023

Betrugsmaschen, Trickbetrug und Trickdiebstahl
Erkennen und abwenden

Gerade ältere Menschen sind häufig das Ziel von Trickbetrügern. Sind diese erfolgreich, kommt es neben einem finanziellen Verlust auch zu Angst und Verzweiflung bei den Betroffenen. Damit Sie rechtzeitig bemerken, dass es sich um eine Form von Betrug handelt, kann es helfen das gängigste Vorgehen der Täter zu kennen. Leider sind Auflistungen von möglichen Betrugsmaschen, wie die Folgenden nie vollständig, da sich Trickbetrüger immer wieder neue Maschen einfallen lassen. So ist beispielsweise in den letzten Jahren der geänderte Handy-Nummer-Trick über Whats-App neu hinzugekommen.

Die Täter verfügen meist über eine gute Menschenkenntnis, sind einfallsreich und haben eine gute Gesprächstaktik. Somit sollten Sie auf jeden Fall Ihre älteren Verwandten darüber aufklären, dass es zu Betrug und Diebstahl kommen kann. Häufig entstehen bei den Opfern Enttäuschung und Verzweiflung bis hin zu Scham und Angst. Damit Sie und Ihre Angehörigen wissen, auf welche Situationen Sie besonders achten sollten, um einen Trickbetrug zu vermeiden, zeigen wir Ihnen folgend eine Auswahl der gängigsten Tricks und Betrugsmaschen auf:

Trickbetrug, um in die Wohnung zu gelangen

Kriminelle nutzen häufig ähnliche Vorwände, um sich Zugang zu einer fremden Wohnung zu verschaffen. Sind sie in der Wohnung, lenken sie ihre Opfer geschickt ab und lassen teils auch unbemerkt Mittäterinnen oder Mittäter ein, die dort Geld und Wertgegenstände entwenden.

Handwerkertrick: Auftretende Männer in Monteurkleidung geben sich als Handwerker aus, die im Auftrag des Stromanbieters, der Wohnbaugesellschaft oder ähnlichem, eine Überprüfung am Anschluss vornehmen sollen. Sobald sie in der Wohnung sind, durchsuchen sie möglichst unauffällig die Wohnung und stecken Wertgegenstände ein.

Glas Wasser-Trick: Die Täter klingeln an der Tür und geben vor, wegen Übelkeit, Krankheit, Schwangerschaft oder der Notwendigkeit, ein Medikament zu nehmen, ein Glas Wasser zu benötigen.

Papier und Bleistift-Trick: Die Täter geben an, einen befreundeten Nachbarn nicht angetroffen zu haben und möchten eine Nachricht hinterlassen. Hierzu drängen Sie darauf, in die Wohnung gelassen zu werden, um Papier, Bleistift und eine Schreibunterlage zu haben.

Blumen- oder Geschenkabgabe- Trick: Die Täter wollen angeblich für einen nicht angetroffenen Nachbarn Blumen oder ein Geschenk angeben. Sie möchten die Blumen oder das Geschenk dringend in der Wohnung des Betroffenen abstellen.

Zweifacher Diebstahl auf der Straße und in der Wohnung: Der Täter entwendet der betroffenen Person zuerst die Handtasche auf der Straße und nimmt anschließend telefonisch Kontakt zu der Person auf. Der Anrufer gibt sich hierbei als Polizist aus und bietet an, die gestohlene Handtasche zu dem Betroffenen nach Hause zu bringen. Bei diesem Besuch erfolgt ein erneut ein Diebstahl von Wertgegenständen in der Wohnung.

Falsche Polizeibeamte: Die Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus und wollen nach dem Rechten sehen, da es in der Umgebung Einbrüche gegeben habe. Teilweise werden die Opfer auch dazu gebracht, Inhalte von Bankschließfächern oder Konten abzuheben und diesen zu übergeben. Teils soll auch eine angebliche Untersuchung auf Falschgeld durchgeführt werden, bei der erneut empfohlen wird den Tätern Bargeld auszuhändigen.

Präventivmaßnahmen gegen Trickbetrug
in der eigenen Wohnung

Sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen regelmäßig dazu, dass es diese Trickbetrüger gibt und dass sie vorsichtig sein sollten. Fremde und unangekündigte Personen sollten keinesfalls in die Wohnung gelassen werden.

Viele ältere Menschen denken, sie hätten z.B. die Ankündigung des Handwerkers vergessen. Vereinbaren Sie mit Ihren älteren Angehörigen, dass sie Sie anrufen, um nachzufragen, ob ein Handwerker angekündigt war bevor die Person hereingelassen wird. Hierbei sollte stets eine Vertrauensperson hinzugezogen werden.

Wenn Sie bestohlen worden sind, beispielsweise das Handy oder die Handtasche und das Diebesgut angeblich gefunden worden ist, holen Sie es selbst von der Polizeistation ab, lassen Sie es sich nicht von der vermeintlichen Polizei nach Hause bringen.

Um vor dem Öffnen der Tür den Blick aus der Wohnungstür zu verbessern, können ein Türspion bzw. eine Türspion-Kamera hilfreich sein. Um die Tür zusätzlich zu sichern, können ein Kastenriegelschloss oder eine Türgriffkette an der Tür angebracht werden. Ein gesundes Misstrauen hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun! Optimalerweise sollte fremden Personen nicht die Tür geöffnet werden. Ein Glas Wasser können Sie auch nach draußen reichen.

Die Polizei rät dazu, bei Geschäften an der Haustür grundsätzlich skeptisch zu sein, auch wenn es um Unterschriften für vermeintliche Versicherungen, Zeitungsabos oder soziale Projekte geht. Zudem sollte unbekannten Personen niemals Auskunft über Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten gegeben werden. Weder unbekannten Personen, angeblichen Mitarbeitern von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten sollten Wertsachen oder Geld ausgehändigt werden. Dies ist kein normales Vorgehen dieser Institutionen!

Trickbetrug am Telefon

Der Enkel-Trick: Die Täter melden sich telefonisch und geben sich als Verwandte, meist als Enkel oder Nichten bzw. Neffen, aus (Rate mal, wer dran ist). Im weiteren Gespräch geben sie an, dringend Geld zu benötigen, da sie finanzielle Probleme hätten. Oft wird ausgemacht, das Geld durch einen Bekannten abholen zu lassen. Auch wenn die ältere Person oft Zweifel hat, ob sie den Enkel oder Neffen wirklich kennt, geben sie dies aus Scham oft nicht zu.

Schockanruf 1: Hierbei geben sich die Betrüger telefonisch als Polizisten aus. Teils wird eine Technik genutzt, mit der es möglich ist, im Display die Nummer 110 oder die Telefonnummer der örtlichen Polizeidienststelle erscheinen zu lassen. Es wird behauptet, dass ein naher Verwandter in einen schweren Unfall verwickelt worden sei und nun dringend und schnell eine hohe Summe Geld gezahlt werden müsse. Sonst drohe Gefängnis.

Schockanruf 2: Ein weiteres Vorgehen besteht darin, dass darum gebeten wird, Wertsachen an die Polizei rauszugeben, da in der direkten Gegend Einbrüche befürchtet werden würden. Dem Angerufenen wird dabei mitgeteilt, dass er bereits auf einer Einbruchsliste stände und deshalb Gefahr in Verzug sei. Hierbei sind erneut falsche Polizeibeamte am Werk.

Falscher Bankbeamter: Hierbei werden Kunden, nicht nur ältere, sondern auch zunehmend jüngere Menschen, von einem Bankangestellten per Telefon oder auch per Whats-App und SMS kontaktiert, auch hier erscheint teilweise im Display die Nummer der Bank. Der Anrufer behauptet Betrüger hätten sich Zugang zum Konto verschafft und Geld abgehoben. Dann bittet der Betrüger den Angerufenen um sensible Daten, um dem Fall nachzugehen. Die Opfer werden aufgefordert, durch eine Push-Tan zu bestätigen, dass das angeblich gestohlene Geld, wieder zurückgeholt wird. Durch diese Aktion gibt der Geschädigte das Geld frei und der Betrüger kann sich am Konto bedienen.

Präventivmaßnahmen gegen Trickbetrug am Telefon

Auch wenn die geschickten Täter, die Betroffenen sehr verunsichern können, ist es immer wichtig, sich bei Zweifel an eine Vertrauensperson zu wenden! Im Zweifelsfall sollten sich die Opfer den Namen und bei Polizeibeamten den Dienstgrad notieren. Dann sollte aufgelegt und ein Familienmitglied, Freunde oder direkt die örtliche Polizeibehörde kontaktiert werden.

Auch bei angeblichen Anrufen durch die Bank, sollte die Hausbank noch einmal persönlich zur Absicherung kontaktiert werden. Banken fordern keine sensiblen Daten am Telefon an. Überstürztes Handeln kann zu großen finanziellen Schäden führen!

Trickbetrug per SMS oder Whats-App

Da auch immer mehr ältere Menschen ein Handy besitzen, SMS versenden oder Programme wie Whats-App nutzen, wird auch dieser Bereich zunehmen von Trickbetrügern genutzt.

Ähnlich dem Betrug über das Telefon bekommt das Opfer eine SMS oder eine Nachricht über Whats-App, von einer fremden Nummer, angeblich Kind oder Schwiegerkind usw. Die betroffene Person habe Pech gehabt und sein Handy verloren bzw. es sei kaputt gegangen und deswegen habe er/sie den Kontakt über eine andere Nummer aufgenommen. Wenn hierdurch ein Kontakt zustande kommt, werden im nächsten Schritt große finanzielle Sorgen aufgrund von z.B. Schulden oder dem fehlenden Zugang zum Online-Banking übermittelt. Dann sollen beachtliche Summen an ein fremdes Konto übermittelt werden.

Präventivmaßnahmen gegen Trickbetrug
per SMS oder Whats App

Wenn Ihre Angehörigen eine solche Nachricht erhalten, sollten Sie erst einmal nicht darauf reagieren und die Person, die sich angeblich gerade meldet, auf der bisher bekannten Telefonnummer kontaktieren. Wenn sich das besagte Familienmitglied nicht meldet, kontaktieren Sie dennoch zunächst andere Vertrauenspersonen, welche die Person ebenfalls kennen (Ist dir bekannt, das X eine neue Nummer hat?).

In jedem Fall sollten keine Überweisungen getätigt werden, ohne dass ein persönlicher Kontakt zum Familienmitglied erfolgt ist. Reagieren Sie nicht nur aufgrund einer Text-Nachricht.

Hinweis: Um das eigene Whats-App Profil sicherer zu machen, können Sie das Profilbild nur für eigene Kontakte sichtbar sein. Diese Einstellung kann geändert werden unter: 1. Account, 2.Datenschutzbestimmungen, 3.Profilbild nur für die eigenen Kontakte freigeben.

 

Abschließend möchten wir noch einmal klarstellen, dass Menschen, die auf einen Trickbetrug reinfallen NICHT dumm sind. Trickbetrüger sind Profis, sehr professionell und haben spezielle Gesprächstaktiken, um an ihr Ziel zu gelangen. Sie nutzen die Einsamkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen aus. Gerade bei Betrugsmaschen am Telefon stecken teils organisierte Callcenter dahinter, deren Mitwirkende im Vorfeld Telefonbücher nach altmodischen Vornamen durchsucht haben, um an potenzielle Opfer zu gelangen.

Auch wenn das Thema schambehaftet ist: Es ist wichtig, dass Betroffene sich an Vertrauenspersonen wenden und Kontakt zur Polizei aufnehmen. Nur so kann Schaden abgewendet werden und die Maschen der Trickbetrüger bekannt gemacht werden.


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