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Sekundäre Demenzerkrankung

Amiravita News, 13. Juni 2022

Sekundäre Demenzerkrankungen

Sekundären Demenzerkrankungen sind solche, die nicht in erster Linie hirnorganisch bedingt sind. Sie sind die Folge einer anderen Grunderkrankung. Sie sind zum Teil behandelbar und hier ist in manchen Fällen sogar eine Rückbildung der Demenzsymptomatik möglich. Anzeichen einer dementiellen Veränderung müssen nicht immer bedeuten, dass eine primäre Demenz vorliegt.

Folgende Erkrankungen können sekundär auch eine Demenzsymptomatik nach sich ziehen:

Exsikkose/ Dehydratation Austrocknung

Hier ist der Wasseranteil des Körpers stark erniedrigt. Dies kann durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme entstehen (alte Menschen haben oft ein vermindertes Durstgefühl). Auch bei vermehrter Ausscheidung von Flüssigkeit bei stärkerem Schwitzen, Durchfall oder bei größeren Verbrennungen ist der Wasserhaushalt beeinträchtigt. Es gilt besonders im Sommer gut auf die Flüssigkeitsaufnahme vor allem bei Kindern und älteren Menschen zu achten.

Störungen des Elektrolythaushaltes

Ebenfalls bei vermindertem Wasseranteil kann sich der Elektrolythaushalt verschieben. Die wichtigsten Elektrolyte sind Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid und Eisen. Besonders ein Mangel an Natrium (Hyponatriämie) äußert sich in Symptomen wie Hirnödem mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Tremor und epileptischen Anfällen. Bei langsamer Entwicklung über mehr als zwei Tage stehen Müdigkeit, Verwirrtheit, Inappetenz und Veränderung der Persönlichkeit im Vordergrund.

Vitaminmangel

Vor allem Vitamin B12-Mangel kann neurologische Schädigungen verursachen wie Gangunsicherheit, Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen. Häufig wird dieser Mangel lange nicht bemerkt und die auftretenden Symptome werden als Alterserscheinung abgetan. Wird der Mangel rechtzeitig erkannt und behandelt, besteht eine gute Chance, die Mangelsymptome noch aufzuhalten und umzukehren. Vitamin B12-Mangel kann durch mangelnde Zufuhr entstehen, aber auch die Einnahme von einigen Diabetesmedikamenten (z.B. Metformin) oder sogenannten Magenschutztabletten (Omeprazol, Pantoprazol), die häufig im Alter genommen werden.

 Auch ein Vitamin D-Mangel und ein Mangel an Vitamin B9 (Folsäure) kann sich ungünstig auf die Hirntätigkeit auswirken.

Vergiftungen

Demenzähnliche Symptome können auch durch zu große Mengen Blei oder anderer Schwermetalle im Körper ausgelöst werden. Das Gleiche ist bei Vergiftungen der Fall. Die meisten Vergiftungen werden durch Drogen, Alkohol oder unvorsichtigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln verursacht. Die Symptome können oft beseitigt werden, falls man die Vergiftung finden und behandeln kann.

Nebenwirkungen von Arzneimitteln

Zu den Hauptverdächtigen gehören Psychopharmaka wie Amitriptylin oder auch Mittel gegen Schlaf- oder Blasenfunktionsstörungen Medikamente, die Senioren zum Beispiel durchaus in eine Pseudo-Demenz treiben können. Lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! 

Hirnerkrankungen

Hirntumore sind keine Demenzkrankheit, können aber dennoch ähnliche Symptome auslösen, da die Tumoren die Gehirnzellen zerstören. Ein Normaldruckhydrozephalus (eine Abflussstörung der Hirnrückenmarksflüssigkeit) kann ebenfalls für demenzielle Symptome verantwortlich sein.

Seltene Krankheiten oder Folge von anderen Erkrankungen

Die Huntington-Krankheit oder Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Rinderwahn), aber auch Unfälle oder Stürze können Hirnschädigungen verursachen, die zu Demenzsymptomen führen. Auch die Parkinson-Krankheit geht häufig mit einer Demenz einher. Ebenso Sauerstoffmangel infolge von Asthma, Herzerkrankungen oder einer schweren Schlafapnoe kann die Gehirnzellen nachhaltig schädigen.

Stoffwechselprobleme

Personen mit Schilddrüsenkrankheiten oder zu niedrigem Blutzucker können ebenfalls Demenzsymptome bekommen.

Eine besondere Form der Sekundären Demenz ist die Korsakow-Demenz. Sie ist häufig, aber nicht immer, die Folge eines jahrelangen übermäßigen Alkoholkonsums. Es wird auch als Defektzustand nach Infektionen (Enzephalitis) und Traumen (schwere Kopfverletzungen) beobachtet.

Bei dieser speziellen Form verlieren die Betroffenen die Fähigkeit, neue Informationen zu speichern und füllen die Lücken häufig mit frei erfundenen Geschichten, was ihnen aber oft nicht bewusst ist. Häufig ist die Emotionalität verändert, sodass Betroffene unangemessen heiter oder distanzlos werden können. Ursache hierfür ist meist ein schwerer Vitamin B1-Mangel der häufig dadurch entsteht, dass schwer alkoholkranke Menschen meist außer alkoholischen Getränken keine oder fast keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Dieser Mangel schädigt nach und nach immer mehr das Gehirn.

Fazit:

Wenn Demenzsymptome plötzlich auftreten, vor allem, wenn sich der Zustand des oder der Betroffenen rasch verschlechtert, lohnt sich der Gang zum Hausarzt, um Blutwerte zu prüfen. Sekundären Demenzen machen zwar nur etwa 10% der Erkrankungen aus, jedoch ist es möglich, dass diese Anzahl höher liegt, da einige nicht entdeckt werden.

Es besteht im Gegensatz zu den primären Demenzen bei einigen Ursachen für sekundäre Demenzen die Chance auf Heilung. Bei einigen kann durch Behandlung der Grunderkrankung zumindest eine Besserung erreicht werden.

 

 

Sekundären Demenzerkrankungen sind solche, die nicht in erster Linie hirnorganisch bedingt sind. Sie sind die Folge einer anderen Grunderkrankung. Sie sind zum Teil behandelbar und hier ist in manchen Fällen sogar eine Rückbildung der Demenzsymptomatik möglich. Anzeichen einer dementiellen Veränderung müssen nicht immer bedeuten, dass eine primäre Demenz vorliegt.

Folgende Erkrankungen können sekundär auch eine Demenzsymptomatik nach sich ziehen:

Exsikkose/ Dehydratation Austrocknung

Hier ist der Wasseranteil des Körpers stark erniedrigt. Dies kann durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme entstehen (alte Menschen haben oft ein vermindertes Durstgefühl). Auch bei vermehrter Ausscheidung von Flüssigkeit bei stärkerem Schwitzen, Durchfall oder bei größeren Verbrennungen ist der Wasserhaushalt beeinträchtigt. Es gilt besonders im Sommer gut auf die Flüssigkeitsaufnahme vor allem bei Kindern und älteren Menschen zu achten.

Störungen des Elektrolythaushaltes

Ebenfalls bei vermindertem Wasseranteil kann sich der Elektrolythaushalt verschieben. Die wichtigsten Elektrolyte sind Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid und Eisen. Besonders ein Mangel an Natrium (Hyponatriämie) äußert sich in Symptomen wie Hirnödem mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Tremor und epileptischen Anfällen. Bei langsamer Entwicklung über mehr als zwei Tage stehen Müdigkeit, Verwirrtheit, Inappetenz und Veränderung der Persönlichkeit im Vordergrund.

Vitaminmangel

Vor allem Vitamin B12-Mangel kann neurologische Schädigungen verursachen wie Gangunsicherheit, Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen. Häufig wird dieser Mangel lange nicht bemerkt und die auftretenden Symptome werden als Alterserscheinung abgetan. Wird der Mangel rechtzeitig erkannt und behandelt, besteht eine gute Chance, die Mangelsymptome noch aufzuhalten und umzukehren. Vitamin B12-Mangel kann durch mangelnde Zufuhr entstehen, aber auch die Einnahme von einigen Diabetesmedikamenten (z.B. Metformin) oder sogenannten Magenschutztabletten (Omeprazol, Pantoprazol), die häufig im Alter genommen werden.

 Auch ein Vitamin D-Mangel und ein Mangel an Vitamin B9 (Folsäure) kann sich ungünstig auf die Hirntätigkeit auswirken.

Vergiftungen

Demenzähnliche Symptome können auch durch zu große Mengen Blei oder anderer Schwermetalle im Körper ausgelöst werden. Das Gleiche ist bei Vergiftungen der Fall. Die meisten Vergiftungen werden durch Drogen, Alkohol oder unvorsichtigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln verursacht. Die Symptome können oft beseitigt werden, falls man die Vergiftung finden und behandeln kann.

Nebenwirkungen von Arzneimitteln

Zu den Hauptverdächtigen gehören Psychopharmaka wie Amitriptylin oder auch Mittel gegen Schlaf- oder Blasenfunktionsstörungen Medikamente, die Senioren zum Beispiel durchaus in eine Pseudo-Demenz treiben können. Lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! 

Hirnerkrankungen

Hirntumore sind keine Demenzkrankheit, können aber dennoch ähnliche Symptome auslösen, da die Tumoren die Gehirnzellen zerstören. Ein Normaldruckhydrozephalus (eine Abflussstörung der Hirnrückenmarksflüssigkeit) kann ebenfalls für demenzielle Symptome verantwortlich sein.

Seltene Krankheiten oder Folge von anderen Erkrankungen

Die Huntington-Krankheit oder Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Rinderwahn), aber auch Unfälle oder Stürze können Hirnschädigungen verursachen, die zu Demenzsymptomen führen. Auch die Parkinson-Krankheit geht häufig mit einer Demenz einher. Ebenso Sauerstoffmangel infolge von Asthma, Herzerkrankungen oder einer schweren Schlafapnoe kann die Gehirnzellen nachhaltig schädigen.

Stoffwechselprobleme

Personen mit Schilddrüsenkrankheiten oder zu niedrigem Blutzucker können ebenfalls Demenzsymptome bekommen.

Eine besondere Form der Sekundären Demenz ist die Korsakow-Demenz. Sie ist häufig, aber nicht immer, die Folge eines jahrelangen übermäßigen Alkoholkonsums. Es wird auch als Defektzustand nach Infektionen (Enzephalitis) und Traumen (schwere Kopfverletzungen) beobachtet.

Bei dieser speziellen Form verlieren die Betroffenen die Fähigkeit, neue Informationen zu speichern und füllen die Lücken häufig mit frei erfundenen Geschichten, was ihnen aber oft nicht bewusst ist. Häufig ist die Emotionalität verändert, sodass Betroffene unangemessen heiter oder distanzlos werden können. Ursache hierfür ist meist ein schwerer Vitamin B1-Mangel der häufig dadurch entsteht, dass schwer alkoholkranke Menschen meist außer alkoholischen Getränken keine oder fast keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Dieser Mangel schädigt nach und nach immer mehr das Gehirn.

Fazit:

Wenn Demenzsymptome plötzlich auftreten, vor allem, wenn sich der Zustand des oder der Betroffenen rasch verschlechtert, lohnt sich der Gang zum Hausarzt, um Blutwerte zu prüfen. Sekundären Demenzen machen zwar nur etwa 10% der Erkrankungen aus, jedoch ist es möglich, dass diese Anzahl höher liegt, da einige nicht entdeckt werden.

Es besteht im Gegensatz zu den primären Demenzen bei einigen Ursachen für sekundäre Demenzen die Chance auf Heilung. Bei einigen kann durch Behandlung der Grunderkrankung zumindest eine Besserung erreicht werden.

 

 


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