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Pflege und Gesundheit für Unternehmen, Hochschulen, öffentliche Verwaltungen und Institutionen

Gesundheitskompetenz wird immer wichtiger

Amiravita News, 28. Juni 2019

Eine kürzlich veröffentlichte repräsentative Umfrage hat ergeben, dass sich 54% der deutschen Bevölkerung im Umgang mit gesundheitsrelevanten Informationen vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt sehen. Weitere 38 % verfügen über eine ausreichende Gesundheitskompetenz, lediglich 7 % fühlen sich sehr gut darin. Das hat nicht nur Auswirkungen für den Einzelnen, der sich schwer damit tut, gute Entscheidungen für seine Gesundheit zu treffen. Es ist auch eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, denn chronische Krankheiten nehmen immer mehr zu, die Lebenserwartung steigt weiter und die Flut an Informationen im Internet ist nicht mehr zu überblicken.

Das hat auch die Politik inzwischen erkannt und bereits im Februar 2018 noch unter Gesundheitsminister Gröhe einen nationalen Aktionsplan herausgegeben. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz in Deutschland zu stärken.

Was versteht man unter Gesundheitskompetenz?

Gesundheitskompetenz ist zum einen die Fähigkeit, grundlegende (schriftliche) Dokumente wie z.B. Behandlungsinformationen oder Packungsbeilagen von Medikamenten zu lesen und zu verstehen. Darüber hinaus schließt der Begriff aber auch Fähigkeiten ein, gesundheitsrelevante Informationen finden, verstehen, kritisch beurteilen, auf die eigene Lebenssituation beziehen und für die Erhaltung und Förderung der Gesundheit nutzen zu können (Definition der WHO und des U.S. Institute of medicine) Es geht also um einen kompetenten Umgang mit gesundheitsrelevanter Information nicht einzig, um die an Patienten gestellten Erwartungen erfüllen zu können, sondern vielmehr, um zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit beizutragen.

Warum wird Gesundheitskompetenz immer wichtiger?

Auch darauf gibt der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz Antworten:

  • Immer mehr Menschen leben immer länger. Es braucht Gesundheitskompetenz, damit die gewonnenen Lebensjahre auch einen Gewinn an Lebensqualität bringen.
  • Immer mehr Menschen müssen dauerhaft mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben. Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen daher lernen, mit ihren Einschränkungen den Alltag zu meistern und immer wieder Anpassungen an den sich verschlechternden Gesundheitszustand vorzunehmen.
  • Patienten können und sollen stärker mitentscheiden. Diesem Wandel der Patientenrolle kann nur gerecht werden, wer die nötigen Fähigkeiten mitbringt, diese Option auch zu nutzen.
  • Das Gesundheitssystems hat enorm an Komplexität zugenommen. Die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen haben sich in kurzer Zeit vervielfacht und gleichzeitig immer weiter differenziert und spezialisiert. Es ist leistungsfähiger, aber auch unübersichtlicher geworden, das kann zu Über-, Fehl- und/oder Unterversorgung führen.
  • Ärmere Menschen sind früher und stärker von chronischen Krankheiten betroffen. Auch hierzulande ist die Lebensdauer des reichsten Fünftels der Bevölkerung um rund zehn Jahre höher als die des ärmsten Fünftels. Um dieser wachsenden sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken, muss die Gesundheitskompetenz besonders der sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen gestärkt werden.
  • Das Gesundheitssystem stellt Menschen mit Migrationshintergrund vor besondere Herausforderungen. Die kulturelle Diversifizierung der Gesellschaft hat zur Folge, dass unterschiedliche Sprachen, Bildungsniveaus, Lebensstile, Werte, Gesundheitsvorstellungen und -verhaltensweisen aufeinandertreffen. Auch dafür spielt die Stärkung der Gesundheitskompetenz eine entscheidende Rolle.
  • Nicht zuletzt trägt auch die Informationsflut in der digitalen Informations- und Wissensgesellschaft eher nicht zu einer wachsenden Gesundheitskompetenz bei. Je mehr Informationen zur Verfügung stehen, desto schwieriger ist es, die notwendigen und verlässlichen ausfindig zu machen.

Wie kann die Gesundheitskompetenz verbessert werden?

Neben vielen anderen Ansätzen des Aktionsplans ist auch die Information zur Prävention und Gesundheitsförderung und zur gesundheitsgerechten Gestaltung der alltäglichen Lebenswelten berücksichtigt. So ist es auch wichtig, die Gesundheitskompetenz im Beruf und am Arbeitsplatz des einzelnen zu fördern. Das kann erreicht werden, in dem die Betriebsleitung z.B. die Förderung in das betriebliche Gesundheitsmanagement mit einschließt oder auch Abläufe und Prozesse so gestaltet, dass eine aktive Mitarbeit an gesundheitsfördernden Aktivitäten den einzelnen Beschäftigten möglich ist. Aber auch Interne und externe Angebote zur kostenlosen Gesundheitsberatung können eingerichtet werden, die den Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich unabhängige Informationen, Rat und Unterstützung bei Belastungen, Überforderungen und Krankheiten einzuholen.

Stärkung der Gesundheitskompetenz durch Amiravita

Amiravita bietet Ihnen neben Seminaren und Webinaren auch eine umfassende Beratung zum Thema Gesundheitskompetenz. So gibt es nicht nur Beratung zur Pflege eines Angehörigen, sondern auch zu Themen wie:

  • Welche Rechte habe ich als Patient?
  • Wie finde ich ein gutes Krankenhaus für meine Erkrankung?
  • Welche Informationsseiten im Internet sind hilfreich, welche eher nicht?
  • Welche Impfungen und Vorsorgen bezahlt die Krankenkasse?
  • Wann habe ich Anspruch auf eine Rehabilitationsmaßnahme?
  • Wo kann ich mich als Patient beschweren?

u.v.m.


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